Sidl: Strengere Maßnahmen gegen Tierleid beim Transport notwendig

Tiertransporte-Verordnung muss dringend verschärft werden

Wien (OTS/SK) – Nach dem Abschluss des Untersuchungsausschusses zum Schutz von Tieren beim Transport (ANIT) stimmt das EU-Parlament heute Empfehlungen über die Aktualisierung geltender EU-Vorschriften ab. SPÖ-EU-Abgeordneter Günther Sidl kommentiert: „Es braucht dringend viel strengere Regelungen, um das Tierwohl bei Lebendtiertransporten besser zu schützen. Unglaubliche 1,4 Milliarden Tiere werden jedes Jahr innerhalb der EU transportiert und in Staaten außerhalb der EU gebracht. Überlange Transporte, qualvoller Stress und eine nicht artgerechte Unterbringung sind leider keine Seltenheit. Es bedarf daher eindeutiger Verbesserungen zum konsequenten Tierschutz.” ****

Die SPÖ steht hinter den Schlussfolgerungen und den Empfehlungen des Abschlussberichts und unterstützt noch weitergehende Änderungsanträge, erklärt Sidl: „Für alle Lebendtiere sollte eine maximale Transportdauer von acht Stunden gelten. Für Jungtiere, die noch von der Mutter abhängig sind, setzen wir uns für ein generelles Transportverbot ein. Bei einer Überarbeitung der geltenden Verordnung muss aus Sicht der SPÖ besonders auf artgerechte Transportbedingungen, mehr und bessere Kontrollen, die Einhaltung von Fahr- und Ruhezeiten, sowie die konsequente Berücksichtigung des Tierwohls in den EU-Handelsbeziehungen geachtet werden.”

SPÖ-Sidl fordert Energiepolitik mit Hausverstand

SPÖ-EU-Abgeordneter kritisiert “Grüne Scheuklappen” und mahnt stärkeren Fokus auf soziale Verträglichkeit und Versorgungssicherheit ein

Wien (OTS/SK) – Die neuen Pläne der EU-Kommission im Energiesektor, die Atomenergie als nachhaltig einzustufen, sind für SPÖ-EU-Abgeordneten Günther Sidl auch eine Konsequenz vieler kurzsichtiger Forderungen in Bezug auf die Energiewende. “Es braucht eine ambitionierte Klimapolitik. Das steht völlig außer Zweifel. Der Wettbewerb immer neuerer Klima-Forderungen oder noch strengerer Regelungen, ohne darauf zu achten, wie das auch regional, technisch und sozial umsetzbar ist, war aber ein Fehler. Davor haben wir immer gewarnt. Es ist höchste Zeit, dass die ‚Grünen Scheuklappen‘ verschwinden und realistische Planungen für eine neue Energieversorgung mit Hausverstand beginnen”, erklärt Sidl, der die Kernkraft-Pläne kategorisch ablehnt: “Die Atomkraft ist eine Technologie der Vergangenheit. Sie ist weder sicher noch nachhaltig. In die jetzige Sackgasse hat man sich aber leider mit Volldampf selbst hineinmanövriert.“ ****

Dem EU-Parlament kommt laut Sidl auch in der Energiepolitik eine Schlüsselrolle zu. “Das Parlament muss weiter Tempo machen bei der notwendigen Umstellung auf erneuerbare Energieträger – gleichzeitig muss aber auch sichergestellt werden, dass die Versorgungskapazitäten mit den zusätzlichen Anforderungen Schritt halten können”, erinnert Sidl an den zusätzlichen Energiebedarf durch die E-Mobilität und fordert auch mehr Verständnis für entsprechende Neubauprojekte: “Strom entsteht eben nicht in der Steckdose. Das sollte allen klar sein, die sich gegen den Neubau erneuerbarer Energiequellen wie Windräder und Solarparks, aber auch neuer Leitungsnetze, einsetzen. Wenn man die Verschiebung hin zu erneuerbaren Energiequellen will, dann brauchen wir viele neue Projekte.”

„Der Green Deal kann nur funktionieren, wenn er breit von der Bevölkerung getragen wird. Es braucht daher viel mehr Klimapolitik mit sozialem Gewissen. Wenn man das außer Acht lässt, dann werden die aktuellen Erhöhungen der Energiepreise nur ein kleiner Vorgeschmack sein. Dann wird die Zustimmung zu einer ambitionierten Klimapolitik aber leider enden wollend sein. Auch das wurde durch die ‚Grünen Scheuklappen‘ völlig ausgeblendet. Es kann nicht sein, dass sich Familien in Europa entscheiden müssen, ob sie Lebensmittel kaufen oder die Heizung aufdrehen”, sieht Sidl „mehr Aufholbedarf bei europäischen sozialen Begleitmaßnahmen.“

SPÖ-Sidl zur EU-Taxonomie: Atomkraft ist nicht nachhaltig

EU-Parlament muss sich klar gegen neue Milliarden-Investments in Kernenergie positionieren

 

Wien (OTS/SK) – Die EU-Kommission hat eine Änderung der EU-Taxonomie-Verordnung vorgeschlagen. Demnach könnten zukünftig Investitionen in Atomkraft als nachhaltige wirtschaftliche Aktivität klassifiziert werden. „Das ist das völlig falsche Signal und steht unseren Bemühungen für eine echte nachhaltige Energiewende und den Zielen des Green Deal entgegen“, sagt SPÖ-EU-Abgeordneter Günther Sidl. „Kernenergie ist eine Technologie der Vergangenheit. Sie ist nicht sicher, nicht wirtschaftlich und nicht nachhaltig. Als SPÖ setzen wir uns für einen europaweiten und globalen Atomausstieg ein. Die Zukunft der Energiegewinnung liegt ganz klar bei erneuerbaren Energieträgern. Auf diesen Bereich müssen wir unsere Investitionstätigkeit in den nächsten Jahren konzentrieren und massiv ausweiten.“ ****

Günther Sidl ist Mitglied im Umweltausschuss des EU-Parlaments, dort zeichnet sich bereits eine breite Front gegen die Vorlage der EU-Kommission ab. „Wir werden klar Einspruch einlegen. Unsere Bemühungen müssen voll und ganz auf die Umsetzung einer echten grünen Energieunion abzielen. Das bedeutet, das Energiesparen, die Steigerung der Energieeffizienz sowie Investitionen in erneuerbare Energien in den Fokus zu rücken.“

Sidl: Mehr Energieeffizienz senkt die Energiekosten

‘Essen oder Heizen?’ darf in Europa keine Entweder-Oder-Frage sein

Wien (OTS/SK) – Heute stimmt das EU-Parlament einen Initiativbericht zur EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden ab. Die EU-Kommission hat in dieser Woche bei der Vorlage weiterer Initiativen aus dem Fit-for-55-Paket eine Überarbeitung vorgeschlagen. SPÖ-EU-Abgeordneter Günther Sidl kommentiert: „Um eine echte nachhaltige Energiewende zu schaffen, wird es nicht reichen, einfach nur in Erneuerbare zu investieren. Daneben müssen wir auch den Energieverbrauch verringern und die Energieeffizienz erhöhen. Gebäude bieten dafür enormes Potential. Hier wird der Großteil der Energie in Europa verbraucht, Gebäude sind für etwa 40 Prozent des EU-Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Man geht davon aus, dass drei Viertel aller Gebäude aktuell energieineffizient sind. Dementsprechend wären flächendeckende Renovierungen ein echtes Konjunkturprogramm für die heimische Bauwirtschaft, das auch den Wirtschaftsstandort stärkt.” ****

“Mit der Überarbeitung der Richtlinie müssen wir vor allem die großen nationalen Unterschiede beseitigen und sicherstellen, dass wir dem großen Nachholbedarf schnell gerecht werden. Deshalb soll jeder Mitgliedstaat einen Aktionsplan für die Renovierung von Gebäuden aufstellen. Ab 2030 sollen alle Neubauten emissionsfrei sein. Die umfassende Dekarbonisierung des Gebäudesektors bedeutet große soziale und wirtschaftliche Herausforderungen. Dafür müssen auch die EU-Finanzierungsinstrumente, zum Beispiel der Europäische Fonds für regionale Entwicklung, für diese Herausforderungen adaptiert werden. Außerdem müssen wir sicherstellen, dass Modernisierungskosten nicht auf die Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden”, fasst Sidl seine Erwartungen zusammen. 

„Essen oder Heizen? Das darf in Europa keine Entweder-Oder-Frage sein!”, betont Sidl. “In diesem Winter kämpfen viele Haushalte in ganz Europa mit steigenden Energiepreisen, die Energiearmut ist neben den steigenden Wohnpreisen eines der größten Armutsrisiken in der EU. Daher braucht es eine ambitionierte Klimapolitik mit Vernunft und sozialem Gewissen. Neben kurzfristigen Entlastungmaßnahmen gegen die Teuerung hilft uns langfristig aber nur ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien, um unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus dem Ausland zu verringern. Daneben können wir mit mehr Energieeffizienz zweifelsohne einen wichtigen Beitrag leisten, um die Energiepreise langfristig und nachhaltig zu senken”, so Sidl abschließend.

SPÖ-Sidl zur EU-Agrarreform: Das ist der falsche Weg

GAP wird Anspruch für Klimaschutz, Artenvielfalt und Regionalität nicht gerecht

Wien (OTS/SK) – Heute hat das EU-Parlament den Rahmen für die neue gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) bis 2027 verabschiedet. „Es ist ein Beschluss ohne jede Ambition. Die notwendigen ökologischen Anreize, um die industriell betriebene Landwirtschaft als einen der Hauptverursacher des Artensterbens und des Klimawandels grundlegend zu reformieren, fehlen völlig. Dabei wäre gerade die GAP als größter Budgetposten der EU der zentrale Hebel für eine ökologische Wende“, zeigt sich Günther Sidl nach der Abstimmung enttäuscht. Er war Verhandlungsführer für die S&D-Fraktion im Umweltausschuss. ****

Die SPÖ-Europaabgeordneten haben heute gegen die vorgelegte Neuauflage der gemeinsamen EU-Agrarpolitik gestimmt, erklärt Sidl. „Was hier am Tisch liegt, ist ein Gesetz von vorgestern. Es passt nicht zu den Klimaschutz-Zusagen der von-der-Leyen-Kommission und der aktuellen Beschlusslage des EU-Parlaments. Der Parlamentsentwurf, der ohnehin schon ambitionierter hätte sein können, wurde von den Mitgliedsstaaten konsequent aufgeweicht und verwässert.“

Sidl erläutert: „Es ist nicht gelungen, die Direktzahlungen im notwendigen Ausmaß an verbindliche ökologische Mindeststandards zu knüpfen. Außerdem profitieren weiterhin die größten industriellen Agri-Konzerne, denn auch die vom EU-Parlament geforderte Obergrenze für Direktzahlungen ist gescheitert. So gelingt kein Übergang zur nachhaltigen, naturnahen und regionalen Landwirtschaft. Wir hätten einen Systemwandel unserer Lebensmittelproduktion gebraucht. Mit mehr biologischer Produktion, weniger Pestizideinsatz und mehr Tierwohl. Die vorliegende gemeinsame Agrarpolitik ist leider eine Sammlung vergebener Chancen.“ 

Sidl: COP26 muss verbindlichen Fahrplan zum 1,5-Grad-Ziel festlegen

Es braucht einen historischen Kraftakt, um die Klimakatastrophe zu verhindern

Wien (OTS/SK) – Am Sonntag startet die UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow. SPÖ-EU-Abgeordneter Günther Sidl, Mitglied im Umweltausschuss des EU-Parlaments, fordert ambitionierte, konkrete und verbindliche Maßnahmen: „Mit den nationalen Klimaplänen bewegen wir uns aktuell auf einen globalen Temperaturanstieg von 2,7 Grad zu. Die Wissenschaft ist sich einig, dass eine Erwärmung in diesem Ausmaß katastrophale Folgen für die Existenz der Menschen auf unserem Planeten hätte. Und nicht einmal diese Maßnahmen werden zur Gänze umgesetzt. Die Folgen der Klimakatastrophe werden in unserem Alltag immer deutlicher, Hitzeperioden und Extremwetterereignisse sind Normalität. Global bedroht der Klimawandel schon heute die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Die Klimakatastrophe ist kein Zukunftsszenario, sondern unsere Gegenwart. Wir können sie nur global und mit ambitionierten, konkreten und verbindlichen Maßnahmen aufhalten. Wir müssen alles daransetzen, die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen.“ ****

„Das EU-Parlament drängt seit Jahren auf schnelleres und konsequenteres Handeln. 2019 wurde der Klimanotstand ausgerufen, 2021 das Europäische Klimagesetz verabschiedet. Wir haben uns bis 2050 zur Klimaneutralität verpflichtet und die Ziele für 2030 noch angehoben“, so Sidl. „Und angesichts der notwendigen Maßnahmen erwarten uns auch in Europa harte politische Auseinandersetzungen. Wir müssen sehr schnell sehr viel mehr Geld in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren. Bis 2025 müssen alle Subventionen für fossile Brennstoffe auslaufen und unsere Agrarpolitik muss endlich den Erhalt der Biodiversität in den Mittelpunkt stellen. Wenn wir durch Forschung und Entwicklung zum globalen Vorreiter beim Klimaschutz werden, ist das auch eine Chance, Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern und auszubauen.“

„Die UN-Klimakonferenz ist deshalb von so zentraler Bedeutung, weil nur dieses globale Forum dem globalen Ausmaß des Problems entspricht. Wir sitzen alle im selben Boot und nur alle gemeinsam können das Sinken verhindern. Nur wenn die großen Wirtschaftsblöcke, die USA, China und die EU gemeinsam Maßnahmen gegen die Klimakrise ergreifen, werden wir Erfolg haben. Es liegt auch in der Verantwortung der reichen Industriestaaten, als Hauptverursacher des Klimawandels, ärmere Länder bei der Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen zu unterstützen. Zugesagte Finanzhilfen müssen endlich auch ankommen. Ich hoffe, die Vertreter*innen der Vertragsparteien sind sich dessen bewusst und ich wünsche ihnen viel Erfolg für die Verhandlungen in den kommenden zwei Wochen“, so Sidl.

Sidl: Europa muss bei der Produktion unserer Lebensmittel umdenken!

„Farm to fork“-Strategie setzt endlich die richtigen Akzente für die europäische Agrarpolitik

 

Wien (OTS/SK) – Das EU-Parlament hat in dieser Woche seinen Standpunkt zur „Farm to fork“-Strategie verabschiedet, die im Mai 2020 von der EU-Kommission vorgestellt wurde. „In der EU sollen gesunde und leistbare Top-Lebensmittel erzeugt werden. Weniger Importe, ein faires Einkommen für Landwirte sowie eine nachhaltigere Landwirtschaft müssen das klare Ziel sein. Und zwar vom Hof bis auf den Teller. Hier braucht es ein Umdenken“, fasst SPÖ-EU-Abgeordneter Günther Sidl die grundlegenden Ziele zusammen. „Wir Sozialdemokrat*innen rücken dabei eine nachhaltige ländliche Entwicklung in den Vordergrund. Wir wollen mehr biologisch bewirtschaftete Nutzfläche, weniger Pestizide und Düngemittel auf den Feldern und kürzere Liefer- und Versorgungswege. Das beinhaltet auch volle Transparenz für die Konsument*innen durch verpflichtende Herstellerangaben zu Herkunft, Haltung und Nährwerten. Unsere klare Absage an die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen und Düngemittel bleibt aufrecht. In der EU gilt das Vorsorgeprinzip und so soll es auch bleiben!“ ****

Die „Farm to Fork“-Strategie ist ein klares Bekenntnis zu einer ökologischen Landwirtschaft und steht damit im Gegensatz zur neuen gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), so Sidl. Der SPÖ-Europaabgeordnete hat die GAP-Verhandlungen für die S&D-Fraktion im Umweltausschuss geführt und kritisiert: „Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Die im Initiativbericht ‚Farm to Fork‘ festgehaltenen Ziele müssen sich endlich auch in den konkreten Gesetzen niederschlagen. Tatsächlich fehlen in der Neuauflage der europäischen Agrarpolitik aber ausreichende Regelungen zum Schutz von Klima und Artenvielfalt. Dabei wäre die Landwirtschaft einer der wichtigsten Hebel, um eine ökologische Wende zu schaffen. Bei der finalen Abstimmung der GAP-Reform im November sollten wir uns also unbedingt an die in der ‚Farm to fork‘-Strategie gemachten Absichtserklärungen erinnern!“

Sidl: EU-Agrarmilliarden endlich an wirkliche Nachhaltigkeitskriterien knüpfen

EU-Rechnungshof bestätigt SPÖ-Kritik – Aktuelle GAP fördert Wasserverschwendung

Wien (OTS/SK) – Ein aktueller Bericht des EU-Rechnungshofs macht den überbordenden Wasserverbrauch des Agrarsektors in Europa deutlich. SPÖ-EU-Abgeordneter Günther Sidl kritisiert: „Wieder einmal zeigt sich, die aktuelle EU-Agrarpolitik ist nicht nachhaltig und nicht ökologisch. Diesmal geht es um die Nutzung von Wasser, die aktuell vorne und hinten nicht mit unserem Ziel eines schonenden und nachhaltigen Verbrauchs in Einklang zu bringen ist. Die Landwirtschaft ist mit Abstand einer der größten Verbraucher des verfügbaren Süßwassers, 70 Prozent der Entnahme aus Wasserläufen und Grundwasser gehen auf ihr Konto. Bis 2050 soll der Bedarf der Landwirtschaft um weitere 19 Prozent wachsen. Gleichzeitig sind Pestizide und Düngemittel eine der Hauptursachen für eine schlechte Wasserqualität.“ ****

Günther Sidl, der für die sozialdemokratische Fraktion im Umweltausschuss die Neuauflage der gemeinsamen Agrarpolitik verhandelt, fordert einen Kurswechsel: „Mit entsprechenden landwirtschaftlichen Praktiken und den passenden politischen Rahmenbedingungen könnte ein erheblich besseres Wassermanagement erzielt werden. Denn unsere natürlichen Wasservorkommen und unser Grundwasser müssen besser geschützt werden, um lokale Ökosysteme nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Im aktuellen GAP-Reformvorschlag findet sich dieser Ansatz aber leider überhaupt nicht wieder. Wir haben weiterhin eine Förderungsstruktur, die wasserintensiven Anbau ohne entsprechend effizient verfügbaren Bewässerungstechniken auch in Gebieten fördert, die geographisch an Wassermangel leiden. Hier muss dringend noch nachgebessert werden, sonst droht unseren Ökosystemen buchstäblich die Austrocknung.“

Der Bericht des EU-Rechnungshofs “Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft: GAP-Mittel fördern eher eine stärkere als eine effizientere Wassernutzung” ist unter folgendem Link abrufbar: https://bit.ly/2WqtJtk

Sidl: Lehren aus der Corona-Krise – EU-Gesundheitsunion ausbauen und stärken

EU weitet Kompetenzen der Gesundheitsagenturen aus

Wien (OTS/SK) – Das EU-Parlament stimmt heute für eine Stärkung des Mandats des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), sowie den Abbau administrativer Hürden bei der grenzüberschreitenden Pandemiebekämpfung. Zusätzlich wird die EU-Kommission morgen eine neue EU-Behörde zur Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) präsentieren. SPÖ-EU-Abgeordneter Günther Sidl kommentiert: „Wir müssen die richtigen Lehren aus der Corona-Krise ziehen. Die Rolle der Europäischen Union im Gesundheitsbereich und ihre Kompetenzen bei der Bekämpfung von Gesundheitskrisen waren bisher unterentwickelt. Obwohl wir in der EU die besten Gesundheitssysteme der Welt haben, hat uns Covid-19 komplett unvorbereitet getroffen. Nationale Alleingänge haben ein schnelles und koordiniertes Vorgehen verhindert, bei den Reisebestimmungen genauso wie bei der Beschaffung von medizinischem Material und Arzneimitteln. Genau das soll sich mit den neuen Vorschlägen ändern. Wir wollen die Kapazitäten der EU im Bereich der Krankheitsprävention und -bekämpfung stärken.“ ****

„ECDC, EMA und HERA werden in der Zukunft die Herzkammer der EU-Gesundheitspolitik bilden und uns einen großen Schritt zur Verwirklichung einer echten Gesundheitsunion weiterbringen. Es geht darum, das Handeln nationaler Gesundheitsbehörden besser zu vernetzen, sowie europäische Bemühungen für gemeinsame Forschung und Beschaffung zu etablieren. Uns Sozialdemokrat*innen ist es gelungen, in allen Initiativen einen wirklichen One-Health-Ansatz durchzusetzen, also den direkten Zusammenhang der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt in den Vordergrund zu rücken. Darüber hinaus müssen wir in Forschung und Produktion den Standort Europa stärken. Bei der Grundversorgung mit Medikamenten und Material können wir uns nicht auf andere verlassen, sondern müssen wieder vermehrt auf ‚made in Europe‘ setzen”, so Sidl. Neoliberale Spar- und Rationalisierungsfantasien haben sich im Gesundheitsbereich mit Corona jedenfalls erübrigt, resümiert der SPÖ-Gesundheitspolitiker. “In diesem Bereich Sparpakete und Kürzungen vorzusehen, ist völlig verantwortungslos. Die beste Antwort auf Pandemien ist ein starkes öffentliches Gesundheitssystem. Wir müssen das Vorsorgedenken in der Gesundheitspolitik wieder stärken.”

Sidl: Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt vom Hof bis auf den Teller schützen

EU-Parlament legt ambitionierte Position zur „Farm to fork“-Strategie fest

Wien (OTS/SK) – In den kommenden zwei Tagen stimmen Agrar- und Umweltausschuss des EU-Parlaments über den Standpunkt zur „Farm to fork“-Strategie ab. SPÖ-EU-Abgeordneter Günther Sidl sagt: „Die EU muss endlich die nachhaltige ländliche Entwicklung in den Vordergrund rücken. Wir wollen mehr biologisch bewirtschaftete Nutzfläche, weniger Pestizide und Düngemittel auf den Feldern und kürzere Liefer- und Versorgungswege. Um die landwirtschaftlichen Betriebe bei dieser nachhaltigen Wende zu unterstützen, muss die EU-‚Farm to fork‘-Strategie die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt entlang der gesamten Agrar- und Lebensmittelkette ins Zentrum rücken.“ ****

Sidl fordert seit langem strengere Nachhaltigkeitsvorgaben für Tierfutter und Pflanzenschutzmittel. „Wenn wir wollen, dass Nachhaltigkeit und Biodiversität ganz wesentliche Prinzipien in der europäischen Landwirtschaft werden, dann braucht es auch beim Pflanzenschutz entscheidende Veränderungen. Das bedeutet: Weg von den Umweltgiften hin zu umweltschonenden Alternativen. Wir brauchen sowohl klare Bestimmungen gegen Importe von pestizidbelasteten Pflanzen in die EU als auch eine neue Forschungsstrategie für Alternativen zu den bislang eingesetzten Umweltgiften. Unsere klare Absage an die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen und Düngemittel bleibt aufrecht.” Das EU-Parlament fordert in seinem Initiativbericht verbindlich festgelegte quantitative Ziele zur Reduktion von Nährstoffverlusten, zur Verringerung des Einsatzes von Düngemitteln, Pestiziden und antimikrobiellen Mitteln sowie generelle Alternativen zur Massentierhaltung in der Landwirtschaft.

Die neue gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die diese Woche parallel im Agrarausschuss zur Abstimmung gelangt, wird den in der „Farm to fork“-Strategie festgelegten Zielen aber leider nicht gerecht, so Sidl. „In der neuen GAP fehlt das Bekenntnis zu Klimaschutz und Biodiversität völlig. Wir können nicht einerseits strenge Vorgaben einfordern und sie dann in den konkreten Gesetzesvorhaben links liegen lassen. Hier müssen Anspruch und Wirklichkeit endlich in Einklang gebracht werden, dafür werde ich mich in den finalen Abstimmungen im Plenum des EU-Parlaments diesen Herbst einsetzen!“